Honig

Was macht Bio-Honig zu Bio?

Die Zeiten, als Biowaren nur was für fundamentalistische Ökos waren, sind längst vorbei. Viele, insbesondere anspruchsvolle Kunden bevorzugen heute naturbelassene Lebensmittel ohne Zusatzstoffe. Biowaren kommen damit raus aus ihrer Schrumpelecke und landen auch in normalen Supermärkten sowie natürlich im Internet.

Die Zahl der Anbieter von Bio-Lebensmitteln nimmt dabei stetig zu. Nicht nur zur Freude von Verbrauchern, denn wie soll man im Einzelfall wissen, welches Nahrungsmittel berechtigt als „Bio“ deklariert wird und welches nicht? Das kunterbunte Wirrwarr bei den zahlreichen Bio-Logos trägt nicht zur Erhellung bei. Immerhin ein einheitliches EU-Bio-Logo gibt es nun seit Anfang Februar 2010, das ab 1. Juli 2010 gültig ist. Das hellgrüne Euro-Blatt steht für Bioprodukte, die nach den EG-Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau hergestellt wurden.

Doch welche Richtlinien gelten für Honig? Wie kann ich als Verbraucher Bio-Honig von konventionellem unterscheiden?

Zunächst einmal muss jeder Honig der Deutschen Honigverordnung entsprechen, womit bereits gewährleistet ist, dass der Honig ein reines Naturprodukt ohne Zusätze ist. Honig, der von Imkern im D.I.B.-Glas vermarktet wird, muss noch strengeren Richtlinien genügen. Er muss „naturbelassen“ sein, darf also nicht durch Verarbeitung wesentlich verändert werden. Viele Imker arbeiten darüber hinaus nach noch strengeren eigenen Regeln, als sie eigentlich müssten. Dass sie nicht über eine Bio-Zertifizierung verfügen, liegt häufig nur an den hohen Kosten.

Bio-Imker schreiben sich auf ihre Fahnen, keine Rückstände von Pestiziden oder Insektiziden zuzulassen. Deshalb regeln die neuen Vorschriften für Bio-Honig vor allem die Gewinnung, Behandlung und Verarbeitung von Honig bei den Imkern. Bienenkästen dürfen zum Beispiel nur aus natürlichen Materialien stammen, die Herkunft der Mittelwände, die aus Wachsplatten bestehen, muss bekannt sein und darf keine Rückstände enthalten.

Doch was ist mit den Bienen selbst? Niemand kann den Bienenflug vollständig kontrollieren und die Honigbienen steuern natürlich in ihrem Umfeld auch Blüten auf konventionell bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen an. Ist das dann noch Bio-Honig? Die Nahrungsquellen der Bienen entziehen sich oftmals dem direkten Einfluss der Imker. Ob Bio oder nicht: Viele Imker kämpfen derzeit für rückstandsfreie Bienenweiden und werden dabei auch von den verschiedenen Imkerei-Verbänden unterstützt. Erste Erfolge lassen sich verzeichnen, aber es ist wichtig, diesen Aspekt auch im Bewusstsein der Verbraucher zu verankern.

Die Bio-Diskussion geht sicher in den nächsten Jahren noch weiter und muss ständig überdacht werden. Der Kauf von Bio-Produkten ist eine Stimme für die nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft. Wir von Heimathonig werden auch Bio-Honig im Sortiment anbieten. Honigliebhabern möchten wir außerdem raten, in den Imker-Porträts nachzulesen, nach welchen Kriterien der jeweilige Imker arbeitet – denn die meisten Imker legen auch ohne Bio-Zertifizierung ausgesprochenen Wert auf höchste Qualität.

viele Grüße

Heike vom Heimathonig-Team

3 Comments

  1. heike

    Hallo Herr Geiger,

    In diesem Fall (Aldi) hat sich der Discounter ein eigenes Bio-Siegel verpasst und kann damit selbst über die Güte urteilen.
    Laut eigener Unternehmensaussagen „werden Mindeststandards der EU-Öko-Verordnung eingehalten“. Das ist unserer Meinung nach nicht besonders viel… und drückt sich eben auch im Preis aus.

    Grüße
    Ihr Heimathonig.de-Team

  2. E.Geiger

    ALDI bietet zur Zeit BIO-Honig 500 Gr. 2,66€ an.Wer schreibt jetzt eigentlich vor,was Bio(nicht DEMETER) -Honig ist?

  3. heike

    Ja, interessante Frage, erscheint auf den ersten Blick nicht wirklich ein wertvolles Siegel. Als Hintergrund muss man wissen, dass dieses neue hellgrüne Bio-Siegel jedoch inzwischen auch auf Produkten aus Nicht-EU-Ländern Verwendung findet.
    „..auch Nicht-EU-Länder richten ihre Verordnungen mittlerweile nach dem Lebensmittelrecht des europäischen Biosiegels aus.“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Siegel)
    Diese Verordnungen sind im Detail jedoch recht grob und lassen viele Schlupflöcher zu, insbesondere bei Honigmischungen. Deshalb sehen die Vertreter der bei uns traditionellen Bio-Siegel wie Bioland oder Demeter diese Vorgaben auch nur als absolute Mindeststandards und zeichnen sich selbst durch deutlich höhere Anforderungen aus. Siehe dazu auch http://www.heimathonig.de/honig-lexikon/bio-honig

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