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Honig: Flüssig oder kristallisiert?

Foto: Imker Helmut Thelen
Foto: Imker Helmut Thelen

Schon mal ein Messer abgebrochen bei dem Versuch, den Honig aus dem Glas zu bekommen? Dann war er wohl kristallisiert. Naturbelassenem Honig verändert sich mit der Zeit. Flüssiger Honig kristallisiert je nach Sorte und Fruchtzuckeranteil mehr oder weniger schnell aus. Akazienhonig zeichnet sich etwa durch sehr viel Fruchtzucker (Fruktose) aus und bleibt daher zum Teil monatelang flüssig. Einige Blütenhonige kandieren hingegen so schnell und stark, dass man sie schon nach wenigen Wochen nicht mehr aus dem Glas bekommt. Bei Tannenhonigen kommt hinzu, dass sie durch das Kristallisieren nicht nur ihre Streichfähigkeit verlieren, sondern auch die Farbe ändern. Sie erscheinen dann grau-grün, was Honigfreunde regelmäßig wenig schätzen. Das Auge isst schließlich mit. Gleichzeitig verändert sich durch die kristalline Zuckerstruktur auch das Mundgefühl und die Geschmackswahrnehmung. Somit stellt sich die Frage:

Wie mache ich Honig wieder flüssig?

Kurz gesagt: vorsichtig! Bei den folgenden Vorschlägen müssen Sie stets darauf achten, dass der Honig nicht zu warm wird. Alle Imker bei Heimathonig.de achten penibel darauf, dass sie den Honig nicht über 40°C erhitzen. Sonst gehen wichtige Enzyme und andere Bestandteile, die guten Honig so wertvoll machen, verloren. Das sollten Sie auch beim Verflüssigen von Honig beachten.

Die einfachste Methode, einzelne Gläser Honig zu verflüssigen, ist das Wasserbad. Wasser gibt die Wärme bekanntermaßen schneller als Luft an den Honig weiter. Das Verflüssigen geht so recht zügig in ca. 3 Stunden. Legen Sie das Glas am Besten in einen wasserdichten Gefrierbeutel und entfernen dann möglichst viel Luft. Dann kommt alles in einen Topf mit warmen Wasser. Benutzen Sie ein Fieberthermometer, um die Temperatur zu kontrollieren. Halten Sie das Wasser dann mit 1 oder 2 Teelichtern warm. Vorsicht: Die meisten Herdplatten erwärmen schon auf der niedrigsten Stufe das Wasser über 40 Grad, was Sie ja vermeiden wollen.

Honig in der Mikrowelle verflüssigen?

Ja, das geht auch. Aber! Das größte Problem mit der Mikrowelle besteht darin, die Temperatur niedrig genug zu halten. Wie Sie bestimmt vom Erwärmen anderer Lebensmittel wissen, kocht oft schon der eine Teil des Essens, während der andere noch kalt ist. Es gibt also einiges zu beachten. Stellen Sie Ihre Mikrowelle auf eine möglichst niedrige Stufe ein und behalten Sie den Honig im Auge. Ein 500g Glas wird oft schon nach wenigen Augenblicken flüssig! Sobald Sie die erste flüssige Stelle erkennen können, rühren Sie den Honig so gut es geht um. Überhaupt ist Rühren ungemein wichtig, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung innerhalb des Honigs zu erreichen.

Edelkastanienhonig sowie Waldhonig und Tannenhonig ist übrigens besser zum Auftauen in der Mikrowelle geeignet als Blütenhonige. Untersuchungen haben bei diesen Sorten kaum reduzierte Enzymaktivität gezeigt. Normale Blütenhonige haben deutlich sensibler auf diese Behandlung reagiert.

Wir empfehlen also das Verflüssigen von Honig im Wasserbad, weil das die schonendste Methode ist. Wer nur 5 Minuten Zeit hat, kann auch die Mikrowelle benutzen, läuft dann aber Gefahr, den Honig zu schädigen.

Oder Sie entscheiden sich für einen cremig gerührten Honig, zum Beispiel den hervorragenden Blütenhonig aus Dortmund. Durch das Rühren wird das Kandieren schon im Vorfeld verhindert und die Frage nach dem Verflüssigen stellt sich gar nicht erst.

Süße Grüße
Markus

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